Ostsee Bernstein – eine Zeitmaschine

Wolltest du schon einmal einen Bernstein besitzen, der über 100 Millionen Jahre alt ist?
Einen, der ein Insekt oder die Federn eines kleinen Dinosauriers enthält?
Ostsee Bernstein ist versteinertes Baumharz, das man seit Jahrzehnten wegen seiner Schönheit schätzt.
Irgendwann in grauer Vorzeit diente es als Zeitmaschine, die alles, was hineinfiel, einfing und umschloss, bevor es aushärtete.

Wo man Berstein findet

Nach schweren Stürmen und ansteigender Flut gehen Bernsteinjäger auf die Suche nach dem wertvollen Fossil. Ihre Jagdgründe sind die dicken und verschlungenen Algenreste in der Surfzone und entlang der Küste. Diese Technik ist, wenn du Glück hast, für eine Handvoll Bernstein geeignet.
Die Strände entlang der westpommerschen Ostseeküste sind echte Schatzkisten. Besonders, wenn es darum geht, dieses fossile Baumharz zu sammeln. Die gelb-braunen Bernsteinstücke können zu echten Juwelen werden.
Voraussetzung: Sie werden von einem professionellen Juwelier verarbeitet.

Bernstein, also versteinertes Harz, stammt aus verschiedenen Baum- und anderen Pflanzenquellen. Man verwendet sie seit mehreren tausend Jahren für persönliche Verzierungen und andere Zwecke.
Bernstein wurde in verschiedenen Teilen der Welt gefunden, aber die wichtigste Quelle ist der Bereich, der die Ostsee umgibt. Wir sprechen hauptsächlich vom heutigen Polen, Litauen, Lettland und der russischen Enklave Kaliningrad.
Bernstein, den man nach Stürmen an den Stränden entdeckt und aus nahegelegenen Sedimenten gewinnt, kommt in unregelmäßigen Formen vor. Du findest ihn meist in kleinen Größen in gelben bis orangefarbenen oder braunen Farbtönen. Sie können opak oder transparent sein.

Ostsee Bernstein – Eine verbotene Liebesgeschichte

Eine sehr populäre Geschichte über den Ursprung des Bernsteins ist eine Geschichte aus Litauen. Sie handelt von der Königin Jüratè und dem Fischer Kastytis.

Ostsee Bernstein
Jüratè lebte unter der Ostsee in einem schönen Bernsteinschloss. Sie beherrschte von ihrem Schloss aus das Meer und alle Lebewesen.
Eines Tages wurde ihr Leben von Kastytis gestört, als er beim Angeln war und damit ihre Ruhe störte.
Um den Frieden im Meer zu erhalten, wollte die Königin den Fischer bestrafen. Aber anstatt Kastytis zu bestrafen, verliebte sich Jüratè in ihn.
Als Perkûnas, der Gott des Donners, von der verbotenen Liebe erfuhr, wurde er wütend und zerstörte die Bernsteinburg.
Deshalb kommen, so erzählt die Legende, Bernsteinstücke nach Stürmen in der Ostsee an Land.
Der Bernstein ist auch bekannt als die Tränen der Königin Jüratè.

 

Klebrige Substanz

Für eine wissenschaftlichere Erklärung des Bernsteins müssen wir Millionen von Jahren zurückreisen. Wir begeben uns in die südlichen Regionen des heutigen Skandinaviens und in die südliche Ostsee.
In diesem Gebiet wuchsen Nadelbäume. Als das Klima wärmer wurde, begannen die Nadelbäume, klebrige Substanzen freizusetzen, die als Harz bekannt sind. Mit der Zeit härtete das Harz aus und bildete Bernstein, so wie wir ihn heute kennen.

Ostsee Bernstein

Eingefroren in der Zeit

Die Harze der alten Nadelbäume waren anfangs sehr flüssig. Sie verfestigten sich aber sehr schnell durch Verdunstung. Aufgrund seiner Klebrigkeit verfingen sich Fliegen oder eine Ameisen leicht im Harz. Weil es sehr schnell erstarrte, blieben die Insekten jahrhundertelang gefangen, eingefroren in der Zeit.
Die Insekten wurden meist noch zu Lebzeiten gefangen. Die meisten Insekten, die gefangen wurden, sind im Bernstein perfekt erhalten; man kann sogar die kleinsten Haare und Schuppen betrachten.

Neben der ornamentalen Verwendung ist Bernstein von großer wissenschaftlicher Bedeutung: Pflanzen- und Tierwelt aus der geologischen Vergangenheit blieben oft in seinem Harz erhalten. Bernstein aus dem Ostseeraum stellt die größte bekannte Lagerstätte für fossile Pflanzenharze und das reichste Endlager für fossile Insekten aller geologischen Zeitalter dar.

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